Reiseblogger – Erwartungen vs. Realität

Reiseblogger – Erwartungen vs. Realität

Nach außen mag es so aussehen, als ob man als Reiseblogger nur cocktailschlürfend an tropischen Stränden der Welt liegt. Aber ganz so ist es natürlich nicht 😀 Reiseblogger ist ein Job (für manche part-time für andere sogar full-time), welcher richtig und mit viel Herzblut betrieben, äußerst zeitintensiv ist! Außerdem bedeutet es, dass das Privatleben eines Reisebloggers deutlich eingeschränkt ist. Außer wenn der Partner jobtechnisch immer mitreisen kann (was bei den wenigsten Reisebloggern der Fall ist), macht es der Job definitiv nicht leicht, eine Beziehung zu führen oder Freundschaften zu pflegen.

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Bsw. werde ich oft schon gar nicht mehr zu Geburtstagen oder Events von Freunden eingeladen, “weil Maddie ja eh nicht kann” 😛 Ich sehe es dann immer als meine Aufgabe an, mich bei Freunden zu melden, wenn ich mal in München bin. Dennoch nimmt auch das sehr viel Zeit in Anspruch, was das höchste Gut eines jeden Bloggers ist 🙂

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Ich habe bereits einmal einen Blogpost veröffentlicht zu dem Thema “Wie wird man eigentlich Reiseblogger?” (hier könnt ihr ihn nachlesen). Daher möchte ich heute nicht mehr auf dieses Thema eingehen, sondern euch anhand einer aktuellen Geschichte aus meinem Leben noch mehr Eindrücke meines “Jobs” geben und zeigen, dass das Leben eines Reisebloggers gar nichts soooo glamourös ist, wie es sich viele von euch bestimmt vorstellen 😉

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Wie einige von euch vielleicht mitbekommen haben, war ich gerade als Reiseblogger auf Bali unterwegs. Kurz davor habe ich drei Nächte auf Sizilien verbracht, wo ich eine Kooperation mit dem Hilton Giardini Naxos hatte. Die Reise war wirklich sehr schön, doch aufgrund des kurzen Aufenhaltes und des tollen, aber dennoch recht straffen Programmes, habe ich auf Sizilien recht wenig Schlaf bekommen und jeden Tag bis früh morgens gearbeitet. Und damit meine ich nicht nur Blogposts schreiben, Fotos bearbeiten etc. sondern auch die restliche Arbeit tätigen, die sich bei mir auf den Reisen besonders anstaut. Allein um Emails zu beantworten, benötige ich täglich mindestens zwei bis drei Stunden Zeit. Das sind Emails von Kooperationsanfragen, die ich immer sehr ordentlich prüfe und ca. 90% aller Anfragen bereits vorab ablehne. Es sind aber auch Emails von euch, für die ich mir immer sehr viel Zeit nehme 🙂 All das gehört zum Alltag eines Bloggers einfach dazu.

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Und es gehört auch dazu, wie im Leben eines jeden Menschen, dass nicht immer alles zu 100% klappt. Das habe ich vor Kurzem live miterleben müssen 😛 Nach Sizilien hatte ich extra zwei Nächte in München eingeplant, wo ich mit mehreren Freunden verabredet war, denn die möchte man ja auch nicht vernachlässigen 😉 Doch daraus wurde leider nichts…

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Mein Flieger sollte von Catania, Sizilien nach München um 12 Uhr mittags abfliegen. Eine halbe Stunde nach 12 Uhr stand am Gate immer noch keine Abflugzeit und alle Gäste fragten sich nur, warum unser Flug verspätet sei. Etwas später habe ich dann (nachdem ich “Catania” und “accident” gegoogelt habe) herausgefunden, dass der komplette Flughafen aufgrund einer Gear Up Landing mehrere Stunden gesperrt sein wird. Glücklicherweise ist niemandem etwas passiert! Da ich allerding etwas später einen Anschlussflug in Rom haben sollte, war ich mir nun sicher, dass ich den definitiv verpassen würde. Am Schalter der Airline herrschte das totale Chaos, da ich natürlich nicht die einzige Betroffene war und keiner einem Auskunft geben konnte, wie es jetzt weitergehen würde. Immerhin wurde ich nach langem Warten dann auf einen späteren Flug umgebucht. Nach ca. 6 Stunden ging es dann auch endlich nach Rom. Dort angekommen, hatte ich leider auch bereits den letzten Flug nach München verpasst, sodass ich mich erneut anstellen musste und das Personal wieder total überfordert war. Immerhin haben sie mir dann ein Hotelzimmer gegeben und einen Flug nach München am nächsten Morgen. Somit musste ich allerdings meinen Freunden in München leider absagen 🙁 Im Hotelzimmer angekommen, hat mich erst einmal der Schlag getroffen. Als Reiseblogger ist man schon ziemlich verwöhnt, was Hotels betrifft. Privat reise ich dann immer sehr bescheiden, doch so ein schäbiges Hotelzimmer habe ich in meinem Leben noch nie erlebt 😛 Naja, ich habe es mit Humor genommen…haha! Wer mir auf Snapchat folgt (Benutzername: “pilotmadeleine1”), wird sich sicherlich noch an das kleine Bett etc. erinnern können 😛

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Am nächsten Morgen ging es dann ganz früh nach München, wo ich mehrere Dates mit Freunden hatte und am gleichen Tag noch packen musste für Bali und für einen Dreh mit Maybelline New York (in Düsseldorf) am nächsten Tag. Somit konnte ich leider auch am nächsten Tag nicht ausschlafen. Mein Schlafmangel der letzten Wochen machte sich, vor allem morgens vor dem Dreh, deutlich bemerkbar (Augenringe lassen grüßen 😛 ). Dennoch hat der Dreh super viel Spaß gemacht und ich bin froh, dass ich dieses Projekt noch spontan angenommen habe. Das Resultat bekommt ihr im Juli zu sehen 🙂

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Am nächsten Morgen ging es dann recht früh nach Bali und ich habe mich einfach auf einen entspannten Flug gefreut. Dem war aber natürlich nicht so 😀 Die erste Aufregung fing an, als ich nach dem Check-In nicht zu meinem Gate durchgelassen wurde, weil es einen Bombenalarm am Frankfurter Flughafen gab. Eine Stunde später ging es dann endlich weiter. Ich war ohnehin schon spät dran und wurde dann noch am Security Check rausgeholt für eine Sprengstoffkontrolle. Ich werde wirklich fast jedes Mal rausgezogen, also hat mich das nicht wirklich gewundert. Allerdings habe ich einen kleinen Panikanfall bekommen, als der Test positiv ausfiel?!? Eine weitere halbe Stunde verging, kurz vor Schließen meines Gates, bis der Polizist endlich kam, nur lachte und mich daraufhin zu meinem Gate entließ. Am Ende wurde mir nur erzählt, dass der Test sehr sensibel sei und manchmal auch auf Parfum reagiere. Das nächste Mal benutze ich also kein Parfum mehr beim Fliegen…haha.

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Als wahrscheinlich letzte Person saß ich dann endlich im Flieger und freute mich, dass es nun in Richtung Bali ging. Doch die Freude hielt nicht lange an. Nämlich genau so lange bis der Kapitän ein Problem mit dem Triebwerk durchgab. Schlussendlich mussten wir über drei Stunden im Flieger (ohne Klimaanlage, Essen etc.) warten, bis wir dann nach Hongkong abgeflogen sind. Dort angekommen, habe ich nur um ein paar Minuten meinen Anschlussflug verpasst 🙁 Irgendwie kam mir das ja schon bekannt vor 😛 Wir wurden dann umgebucht auf einen Flug 6 Stunden später (ja, Warten gehört definitiv auch als Reiseblogger dazu 😀 ), allerdings mit einer komplett anderen Airline, von der ich noch nie zuvor gehört hatte. Da in Asien die Sicherheitsstandards ja nicht gerade wie in Europa gehandhabt werden, habe ich mir dann doch etwas Gedanken gemacht 😛 Aber ich hatte ja keine andere Wahl. Also saß ich schlussendlich im Flieger nach Bali, der zu meiner Überraschung wirklich ganz ordentlich war, und bin aus lauter Erschöpfung sofort eingeschlafen. Jetzt kommt jedoch erst das Krasse an der Geschichte:

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Nach ein paar Stunden bin ich dann durch die Kapitänsdurchsage aufgewacht und sah auf dem Bildschirm den Anflug auf Makasar. Nur zur Info: wir hätten eigentlich in Denpasar landen sollen und ich habe wirklich noch nie in meinem Leben zuvor von Makasar gehört, geschweige denn wusste ich wo das überhaupt liegt. In dem Moment sind mir 1000 Gedanken durch den Kopf gegangen wie z.B.: “Bin ich in den falschen Flieger eingestiegen?” oder sogar “Wurde unser Flieger vielleicht sogar entführt?” Durch Nachfrage bei den Stewardessen hat sich dann herausgestellt, dass Makasar in Sulawesi Island liegt (das hat mir damals leider auch nicht mehr gesagt…haha) und dass der Flughafen in Bali momentan geschlossen sei. Dann war ich wenigstens erst einmal beruhigt 😀 Nach Landung in Makasar habe ich dann sofort mit meiner BFF telefoniert, die in Singapur feststeckte. Bei mir ging es wenigstens drei Stunden später nach Denpasar weiter. Schlussendlich bin ich dann statt um 3 Uhr mittags um 2 Uhr morgens am nächsten Tag in Bali angekommen. Somit hatte ich leider auch einen Tag weniger Zeit in Bali, um schöne Bilder aufzunehmen, die Gegend zu erkunden etc. Dementsprechend war ich von Anfang an etwas gestresst (natürlich auch aufgrund des Schlafmangels) und bin erst am Ende unseres Bali-“Urlaubes” etwas zur Erholung gekommen. Denn auf Bali war ich meistens auch bis um 2 oder 3 Uhr morgens wach (meine Snapchat Crew weiß bescheid 😀 ) und habe die Arbeit nachgeholt, die ich am Tag nicht geschafft habe.

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Dennoch liebe ich natürlich das Reisebloggen über alles und möchte es auch nicht missen. Ich wollte mit diesem Blogpost und anhand meiner Geschichte einfach nur zeigen, dass es auch nicht alles Gold ist was glänzt und dass das Reisebloggen, wie jeder andere Job auch, harte Arbeit ist! Man kann es in keinster Weise mit Urlaub vergleichen, da man sich als normaler Reisender im Urlaub komplett aussuchen kann, worauf man Lust hat, was bei einem Reiseblogger aber definitiv nicht der Fall ist 😉 Also braucht ihr manchmal nicht voller Neid in Deutschland zu sitzen, wenn ihr meine Bilder seht, sondern denkt einfach mal daran, was alles hinter den “relaxten” Bildern steckt 😀 Denn manchmal ist das Reisebloggen wirklich so wie auf dem Bild oben… 😉

Sorry für den langen und ehrlichen Blogpost 🙂

Xoxo

Eure Maddi

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Kommentare

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Comments
  • Olga16 Mai 2016
    Antworten

    Wie immer ein super Beitrag,, Maddie☺️ Finde es gut, dass du mal mit den harten Fakten die Realität des Reisebloggens zeigst??
    So werden hoffentlich mal ein paar Neidern die Augen geöffnet ?
    Mach weiter so!!:)

  • Candice16 Mai 2016
    Antworten

    Hi Maddi, ich finds gut, dass du mal über das Thema wirklich wie es in der Realität ist, sprichst. Dann sind die Zuschauer auch nicht alle so neidisch. 😀

  • Julia16 Mai 2016
    Antworten

    Hey Maddi,

    super toller und vor allem ehrlicher Post.
    Ich finds klasse, dass Du so ehrlich zu Deinen Lesern bist.

    Bist Du jetzt noch immer auf Bali? Oder wieder in Deutschland? Oder sogar ganz woanders? 😉
    Ich hoffe und wünsche Dir, dass Du wenigstens jetzt etwas zur Ruhe kommen und Dich erholen kannst.

    Ich wünsche Dir weiterhin noch alles Gute und viel Erfolg! 🙂
    Und gönne Dir das Reisen und die ganzen Erlebnisse von Herzen. <3

    Liebe Grüße
    Julia

    • Madeleine Schneider-Weiffenbach18 Mai 2016
      Antworten

      Danke Liebes ♡ Finde es sehr wichtig auch mal diese Seite zu zeigen 😉 In bin wieder in München. Und ja, Erholung brauche ich jetzt wirklich…haha 😀

  • HEMANT GOYAL16 Mai 2016
    Antworten

    Whoa MADDI, what a long blog. Here comes my longgggggg reply, just kidding ???. I really appreciate such a honest blog, while you were writing that blog it seems you were carried away by your emotions. Whenever we saw movie we were always thinking about the luxurious life of the film stars but most people didn’t know about their struggle, this what I feel while reading your blog. I’ve seen brighter side of your life but don’t know how difficult it is to be a travel blogger. Thank you for giving me the chance to meet real Maddi. I really really appreciate your hard work. ? ? ? ? Looking forward for your upcoming video coming In July. GOD BLESS YOU MY FRIEND.

  • Axel Kolberg16 Mai 2016
    Antworten

    Liebe Maddi.t Du das hier mal klargestellt, ich hab das auch anders auf dem Schirm gehabt als wie es ist. Und ich dachte, Du hast Zeit usw. Also nee, jedoch toll, wie Du mit der Sache umgehst und danke für die offenen Worte hier.

    Schau bei Gelegenheit mal im FB-Messi nach. Hatte dort geschrieben, jetzt jedoch noch was wichtiges dazu geschrieben.

    LG Axel

  • Axel Kolberg16 Mai 2016
    Antworten

    Mir hat jemand meine Buchstaben geklaut 😉

    Zumindest am Anfang von dem was ich schrieb hier 😉

    Na gut, hoffe, Du verstehst es trotzdem 😉

    Der Anfang fehlt aber egal, verstehst es schon, grins….;-)

    LG Axel

  • Jessie17 Mai 2016
    Antworten

    Super interessant, mal “hinter die Kulissen” gucken zu dürfen und zu sehen, wie viel Arbeit hinter den ganzen Fotos und Blogposts, etc. steckt!

    Du machst das super, weiter so <3

  • Lorena17 Mai 2016
    Antworten

    Hey Maddi,

    Super toller Blogpost. Echt interessant zu lesen, dass die Reiseblogger einfach mal ab und zu auch Pech habem (bezüglich der verpassten Flieger etc.)

    Chapeau! – Für deine Ehrlichkeit, die ich und viele andere deiner Leser zu schätzen wissen.

    Ganz viel liebe Grüße und mach weiter so!!

    Lori!!! =)

  • Nicca17 Mai 2016
    Antworten

    Ein sehr schöner Beitrag, bitte mehr davon! So ein ehrlicher Bericht, wo du darüber erzählst, was wirklich hinter den Kulissen abläuft ist wirklich sehr interessant!
    glg, Nicca von kosmeticca.blogspot.com

    • Madeleine Schneider-Weiffenbach18 Mai 2016
      Antworten

      Danke Liebes ♡ Wie schön, dass dieser (lange) Blogpost bei euch so gut ankommt 🙂 Ich dachte mir erst, ihr denkt alle “die spinnt doch so einen langen Blogpost zu schreiben” 😛

  • Gaby28 Mai 2016
    Antworten

    Erstmal – gear up landing – gegoogled ????

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